Erdbebenschwarm am Herdubreid

Am Vulkan Herdubreid, nördlich der Askja gelegen, manifestiert sich seit gestern Mittag ein Erdbebenschwarm mit bisher rund 40 Erdbeben bis zu einer Stärke von M2.
Der Tafelvulkan gilt als die Königin der Berge Islands, da Sie die umliegende Wüste um ca. 1000m überragt.
Wieso Wüste fragen sich jetzt bestimmt einige?! Der Lavaboden in diesem Gebiet ist so porös, dass der jährliche Niederschlag (rund 400mm) sofort im Boden versickert und nicht gespeichert werden kann. Somit gibt es wenig bis überhaupt gar keine Vegetation.

herdubreid2

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Hier noch einige Videos und Bilder zum Gletscherlauf von vor 10 Tagen:

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Weitere Bilder und Videos vom Gletscherlauf

Mittlerweile ist die Scheitelwelle an der ersten Messstation erreicht. Die maximale Durchflussrate lag bei 2094m³/sec bei einer Pegelhöhe von 7,79m. Normal wären 100-200m³/sec bei einer Pegelhöhe von ca. 2m.

pegel 02.10.Auch an der zweiten Messstation Eldvatn, rund 40km südlich der Skaftá Messstation, ist die Scheitelwelle bereits erreicht. Hier lag die maximale Durchflussrate bei 2239m³/sec bei einer Pegelhöhe von 8,52m.

eldvatn pegel

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Bilder und Videos vom Gletscherlauf

Hier die ersten Bilder und Videos des Gletscherlaufs:

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Videos:

Video 1-3
Video 4

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Einer der größten Gletscherläufe seit Aufzeichnungsbeginn im Hochtemperaturgebiet Skaftárkatlar

Update 19:30 Uhr:

Soeben ist die Durchflussmarke von 1500m³/sec erreicht worden.
Der Wasserstand ist von 2,14m (Stand 30.09. 18 Uhr ) auf Stand jetzt 6,57m angestiegen.
Das Icelandic Met Office warnt mittlerweile auch vor vulkanischen Gasen wie z.b. Schwefeldioxid, die durch den Gletscherlauf freigesetzt werden und in östliche Richtung ziehen.

pegel

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Laut dem Icelandic Met Office ist der aktuelle Gletscherlauf einer der größten seit Aufzeichnungsbeginn auf Island.
Die Anstiegsrate vom Durchfluss an der Messstation unweit des Gletschers Vatnajökull wurde in der aktuellen Form so noch nie beobachtet. Die Station besteht seit 1971.

© Veðurstofa Íslands

© Veðurstofa Íslands

Aktuell liegt die Durchflussrate bei ca. 1380m³/sec. Normal wären 100-200m³.

pegelstand
Das Absinken der Depression hat sich in den letzten Stunden verlangsamt. Mittlerweile sind wir bei 67m angekommen. GPS-Station
Ich nehme an, dass der maximale Ausfluss unter dem Gletscher erreicht ist und jetzt keine größere Absenkung mehr erfolgt.

In den Tagen zuvor wurde der Süden Islands bereits von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Folge dessen führen die Flüsse bereits mehr Wasser als üblich. Auch in den nächsten Tagen wird vor weiteren hohen Regensummen gewarnt.
Somit besteht von Seiten des Icelandic Met Office gewisse Unsicherheiten bezüglich des genauen Ablaufs des Gletscherlaufes.Das bewohnte Gebiete und Menschen zu Schaden kommen ist aber ausgeschlossen, außer Sie halten sich in Flussnähe auf, was natürlich bei der momentanen Lage gemieden werden sollte.

20150930_skafta_flodleidirSobald die ersten Bilder auftauchen, werde ich diese hier verlinken.

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Gletscherlauf vom Hochtemperaturgebiet Skaftárkatlar

Update 01.10.2015 12 Uhr:

Mittlerweile hat der Gletscherlauf den ersten Messpunkt außerhalb des Gletschers erreicht. Es wird erwartet, dass der Durchfluss noch steigt und bewohnte Gebiete ab den Mittagsstunden erreicht werden.

gletscherlaufAktuell vertieft sich Depression weiterhin. Waren es gestern Abend noch 12m, so sind es mittlerweile 55m. Leider habe ich vom letzten Gletscherlauf aus dem Jahr 2010 keine Vergleichswerte, da es damals dort noch keine installierte GPS Station gab.
Somit lässt sich nicht sagen, ob 55m Absenkung und mehr ungewöhnlich für ein solches Szenario ist.
GPS Skaftárkatlar

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Nachdem der Erdbebenschwarm am Tungnafellsjökull vorerst abgeklungen ist, wird es auf Island aber nicht langweilig.
Derzeit findet ein Gletscherlauf vom Hochtemperaturgebiet Skaftárkatlar statt. Dieses liegt zwischen den Vulkanen Grimsvötn und Hamarinn unter dem Gletscher Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands, der u.a. auch den uns gut bekannten Vulkan Bardarbunga beherbergt.

sk-katlar-kortIn der Regel kommt es alle drei Jahre in dieser Region zu einem Gletscherlauf. Der letzte ist mittlerweile aber schon 5 Jahre her und wird dementsprechend stärker als sonst erwartet, da sich in der Zwischenzeit mehr Wasser angesammelt haben könnte.

Doch wie kommt es überhaupt zu einem Gletscherlauf in diesem Gebiet?

Durch Magma im Untergrund wird der Boden unter dem Gletscher erwärmt und bringt somit das darüber gelegene Eis zum schmelzen. Das Wasser sammelt sich in einer Blase unter dem Gletscher. Sobald das Volumen zu groß wird, bahnt sich die Wasserblase einen Weg unter den Gletscher und verursacht dann einen Gletscherlauf.

sk-katlar-skyrmyndDurch die Eisschmelze entsteht an der Oberfläche des Gletschers ein Kessel, welcher sich bei einem Gletscherlauf schnell vertieft.
Im aktuellem Fall begann die rasche Absenkung des Kessels am 29.09.15 gegen Mitternacht und beträgt rund 40 Stunden später ca. 12m.

Hier der Link zum GPS: GPS Skaftárkatlar

Mithilfe der GPS Überwachung durch das Icelandic Met Office ist dieser Gletscherlauf der erste, der bereits in dieser frühen Phase, wenn das Wasser sich noch einen Weg unter dem Gletscher hindurch bahnt, erkannt wurde.
Somit war es möglich rechtzeitige Warnungen herauszugeben und in betroffenen Regionen Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten.

Das Wasser muss eine Strecke von ca. 40km unter dem Gletscher zurücklegen, bevor es den Gletscherfluss Skaftá erreicht.
Bewohnte Gebiete sollen am Donnerstag erreicht werden, dort aber keine Schäden anrichten.

Sobald es die ersten Fotos des Gletscherlaufs gibt, werde ich diese hier verlinken.

 

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