Ein ruhiger Tag neigt sich dem Ende

Bisher verlief der Tag heute eher ruhig. 50 Erdbeben wurden aufgezeichnet und das stärkste Beben ereigenete sich heute Morgen um 09:32 Uhr Ortszeit mit einer Magnitude 4.7 unter der Bardarbunga Caldera. Die Epizentren liegen weiterhin unter der Caldera und unter dem Dyke auf Höhe der Gletscherzunge des Dyngjujökull.

Gestern ereignete sich ein Schwarm westlich des Gletschers, der dem ein oder anderen Leser aufgefallen ist.

Hier liegt ein kleiner Gletscher namens Tungnafellsjökull mit dem gleichnamigen Vulkan. Leider gibt es über diesen Vulkan keine Aufzeichnungen seiner Eruptionsgeschichte aus den letzten 8000 Jahren. Er wird aber trotzdem als aktiv eingestuft, da sich anhand von Aschelagen im Eis und Kraterreihen eine gewisse Aktivität feststellen lässt.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass die aktuellen Beben Stressbeben sind, ausgelöst durch die tektonischen Veränderungen in der Gegend. Ich denke nicht, dass uns dort eine Eruption bevorsteht.

Die Spalteneruption im Holuhraun Lavafeld geht mit gleicher Intensität wie in den Vortagen weiter. Aufgrund der hohen Ausgasung an der Eruptionsstelle von Schwefeldioxid sind auch heute wieder Warnungen von IMO aktiv.

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Warning

A high concentration of sulphur dioxide (SO2) from the Holuhraun eruption is expected in an area extending from northern part og East Fjords, north to Langanes peninsula. A larger pollution area cannot be ruled out. (Valid until noon tomorrow, Saturday.
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Bei einem Überflug über die Bardarbunga Caldera gestern, wurden keine weiteren Veränderungen der Oberfläche festgestellt. Ob das nun bedeutet, dass die Caldera und mit ihr das Eis nicht weiter abgesunken ist, kann ich derzeit nicht sagen, da zu diesem Thema die Informationen von IMO sehr gering gehalten werden.
Jedoch hat die Caldera endlich selbst eine eigene GPS Station bekommen. Wir sind gespannt auf die Daten in den nächsten Tagen.

Mittlerweile wurde die Warnstufe des Askja wieder auf „grün“ zurückgesetzt. Die Erdbebenaktivität hier ist deutlich zurückgegangen und eine Eruption kann derzeit ausgeschlossen werden.

Weiterhin werden diese drei Szenarien für „am Wahrscheinlichsten“ angesehen:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In dieser Situation ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen und es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen.

Die Isländer haben sich vorerst mit der Spalteneruption abgefunden und die Neuigkeiten aus den Nachrichten oder auch von IMO werden immer weniger. Hoffen wir mal, dass das so bleibt und Szenario 3 nicht eintreten wird.

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Ein Kommentar zu Ein ruhiger Tag neigt sich dem Ende

  1. Julian(Wetter) sagt:

    Was machen die oder der Vulkanologe/n in der Webcam Bardarbunga 1?

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