Eine Spalteneruption im weißen Kleid

Update 22:15 Uhr: Ein weiteres starkes Erdbeben nördlich der Caldera. Ein M5.2 um 19:31 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 7,1 km.

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Nach dem M5.2 am gestrigen Nachmittag um 16:49 Uhr Ortszeit, folgte noch ein M4.3 um 18:55 Uhr unter der Bardarbunga Caldera.
Der vorübergehende Drop hat sich bestätigt. Die Caldera rutschte um 20 cm ab und löste somit das M5.2 Erdbeben aus.

Das bisher heute stärkste Erdbeben ist ein M5.0 in der Nacht um 02:00 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von 3,8 km. Jedoch lag dieses Beben nördlich der Caldera und ist somit nicht mit dem Setzungsprozess der Caldera in Verbindung zu bringen.
Um 08:11 Uhr folgte noch ein M4.5 in 1,5 km Tiefe unter dem Nordrand der Caldera.
Die Zahl der bisher automatisch aufgezeichneten Erdbeben beläuft sich heute auf ca. 70.
Somit befindet sich die seismische Aktivität auf dem Niveau der Vortage. Es werden aber weiterhin nicht alle Erdbeben aufgezeichnet, da immernoch stürmisches Wetter herrscht.

Copyright Icelandic Met Office

Apropos Wetter: der Winter hat Einzug gehalten auf Island. Zumindest im Hochland.
Auf der Webcam sieht man nach dem schlechten Wetter von heute Morgen eine angezuckerte Landschaft rund um die Spalteneruption herum.

Das Absinken der Caldera geht langsam aber stetig weiter. In den letzten 72 Stunden beträgt die Absenkung 110 cm. Dies entspricht einer täglichen Rate von knapp 40 cm (Caldera GPS).
Die Gesamtabsenkung liegt mittlerweile bei 28-29 m.

An der Spalteneruption hat sich nichts geändert. Sie ist weiterhin konstant und ein baldiges Ende wird nicht erwartet.

So wie die Lage in den letzten Tagen und aktuell ist, kann das eine Weile so weitergehen. Mehrere starke Erdbeben >M3 unter der Caldera am Tag, eine beständige Spalteneruption und das kontinuierliche Absinken der Caldera.
Bis wir dann zu dem Punkt kommen, an dem eines der drei „am Wahrscheinlichsten“ Szenarien eintrifft.

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden. 

Natürlich können auch andere Szenarien nicht ausgeschlossen werden. Jedoch läuft es bei der aktuellen Entwicklung auf eines der drei Szenarien hinaus.

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