Die Eruption und die Erdbeben halten an

Dieser Post wird Updates vom 09.10. sowie vom 10.10. beinhalten, da es mir gestern zeitlich nicht möglich war, etwas zu verfassen.

Gestern (09.10.2014) wurden rund 100 Erdbeben im Gebiet des Bardarbunga aufgezeichnet. 5 davon erreichten eine Magnitude >3, 2 knackten sogar die M5.
Somit ist die seismische Aktivität was die Zahl der stärkeren Beben angeht leicht rückläufig. Am Sonntag, den 05.10.2014 hatten wir vergleichsweise noch 21 Erdbeben mit einer Magnitude >3.

Die stärksten Erdbeben am 09.10.2014:

M3.0 um 00:37 Uhr
M5.0 um 04:37 Uhr am Nordrand der Caldera in einer Tiefe von 0,1 km
M4.1 um 13:36 Uhr
M4.8 um 19:13 Uhr am Ursprungspunkt des Dykes in einer Tiefe von 8,8 km
M5.2 um 21:22 Uhr am Nordrand der Caldera in einer Tiefe von 7,1 km

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9

Die Klassifizierung (Stärke) der Erdbeben am Bardarbunga, aufgeteilt in Farben, von „Gelb“ (Moderates Erdbeben) bis hin zu „Lila“ (Extremes Erdbeben)

                                                                         Karte vom 09.10.2014

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Das M4.8 Erdbeben war ein weiteres Beben am Ursprungspunkt des Dykes. Bereits am 07.10.2014 erschütterte ein M5.5 dieses Gebiet. Dies kann eigentlich nur bedeuten, dass mehr Magma nachströmt, als der Dyke fassen kann. Entweder verbreitert sich der Dyke, oder das Magma wird sich einen anderen Weg suchen, was man dann durch eine erhöhte Erdbebentätigkeit in diesem Bereich feststellen wird.

Der heutige Tag (10.10.2014) brachte bisher 7 Erdbeben >M3 und gesamt ca. 65 Erdbeben mit sich. 15 unter dem Dyke auf Höhe der Dyngjujökull Gletscherzunge und der Eruptionsstelle, 3 am Tungnafellsjökull und rund 50 Erdbeben unter der Caldera.

Die stärksten Erdbeben heute:

M3.8 um 01:40 Uhr
M4.7 um 02:24 Uhr
M3.4 um 04:02 Uhr
M3.9 um 06:41 Uhr
M4.8 um 11:26 Uhr
M3.8 um 12:17 Uhr
M3.5 um 13:20 Uhr

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9

Die Klassifizierung (Stärke) der Erdbeben am Bardarbunga, aufgeteilt in Farben, von „Gelb“ (Moderates Erdbeben) bis hin zu „Lila“ (Extremes Erdbeben)

                                                                           Karte vom 10.10.2014

Die Caldera sank gestern nur um ca. 25 cm ab. Nach einem beachtlichen Drop von 30 cm innerhalb von 3 Stunden, hob Sie sich gegen Abend wieder ein wenig an.
Heute sank die Caldera nach einer erneuten „Talfahrt“ von ca. 25 cm innerhalb weniger Stunden bisher gesamt um ca. 30 cm ab. Caldera GPS

Aufgrund des schlechten Wetters, an welches wir uns leider gewöhnen müssen, gibt es nicht viel Neues von der Spalteneruption, außer das Sie weiterhin auf dem Niveau der letzten Wochen anhält.
Vom Lavafeld jedoch gibt es eine neue Karte vom 07.10.2014. Die Ausmaße betragen mittlerweile 53,4 km². Am 04.10. lag diese Zahl noch bei 52,7 km².

Credits University of Iceland

Desweiteren gibt es noch ein neues, hochauflösendes Satellitenbild vom Lavafeld.

Im Augenblick zeigen sich auf der Webcam ein paar Sonnenstrahlen, nach tagelanger Nebelsuppe und tiefhängenden Wolken.

Unsere drei als „am Wahrscheinlichsten“ angesehenen Szenarien vom Icelandic Met Office haben weiterhin Bestand:

1. Die Absenkung der Bardarbunga Caldera stoppt und die Eruption im Holuhraun Lavafeld ebbt allmählich ab.
2. Eine große Absenkung der Caldera, die die Eruption im Holuhraun Lavafeld verstärkt oder verlängert. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Ausbruchsspalte Richtung Dyngjujökull weiter aufreißt, was zu einem Gletscherlauf und zu einer Ascheeruption führen würde. Es ist außerdem möglich, dass eruptive Risse unter anderen Stellen am Gletscher entstehen.
3. Eine große Absenkung der Caldera, die zu einem Ausbruch der Caldera führt. Infolgedessen würden große Mengen an Eis schmelzen. Es würde ein gewaltiger Gletscherlauf entstehen und viel Asche produziert werden.  

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