Größte Eruption seit Laki

In den letzten 48 Stunden ereigneten sich unter der Bardarbunga Caldera 8 starke Erdbeben, alleine 3 Erdbeben >M5 innerhalb von 18 Stunden. Die Gesamtzahl ist etwas rückläufig, jedoch liegt das vermutlich wieder am stürmischem Wetter, welches gestern über Island hinweggezogen ist.
Der Schwarm am Tungnafellsjökull ist abgeklungen und es wurden nur noch vereinzelte Erdbeben registriert.

Die stärksten Erdbeben der letzten 48 Stunden:

18.10.2014:

M4.8 um 00:11 Uhr
M3.9 um 05:24 Uhr
M5.4 um 09:40 Uhr in nur 0,1 km Tiefe am Nordrand der Caldera
M5.0 um 20:17 Uhr in 3 km Tiefe am Nordrand der Caldera
M4.7 um 23:04 Uhr

19.10.2014:

M5.2 um 03:22 Uhr in nur 0,1 km Tiefe am Nordostrand der Caldera
M4.5 um 09:47 Uhr
M4.7 um 13:31 Uhr

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9

Die Klassifizierung (Stärke) der Erdbeben am Bardarbunga, aufgeteilt in Farben, von „Gelb“ (Moderates Erdbeben) bis hin zu „Lila“ (Extremes Erdbeben)



Caldera:

Gestern (18.10.2014) machte die Caldera einen riesen Sprung von knapp 60 cm innerhalb von 2 Stunden um dann aber wieder um ca. 30 cm zu steigen. Seitdem sinkt Sie langsamer aber stetig.
Die Gesamtabsenkung beträgt mittlerweile 38 Meter. Caldera GPS

Spalteneruption:

Wer heute Mittag auf die Webcams geschaut hat, hatte wenige Minuten lang das Glück, unsere Spalteneruption nach Tagen zwischen Nebel und tiefhängenden Wolken mal wieder ein wenig erahnen zu können.
Hier ein Screenshot von 13:56 Uhr:

Der Winter hat mittlerweile im isländischen Hochland fest Einzug gehalten. Sichtbare Momente wie diese, werden in Zukunft immer seltener werden.

Vom neu entstandenen Lavafeld, welches immer noch keinen eigenen Namen hat, gibt es neue Zahlen. Am 17.10.2014 lag die Ausbreitung bei 59,1 km². Das entspricht einem Gesamtvolumen von 0,83 km³. Somit hat unser neues Lavafeld die Hekla Eruption von 1947-48 überholt und ist somit das größte auf Island seit der Laki-Eruption von 1783-84. Damals wurden aus etwa 130 Kratern ca. 14,7 km³ Lava ausgestoßen.
Im Vergleich zur Laki-Eruption ist unsere aktuelle Eruption immer noch klein, aber ich denke keiner möchte ein zweites Laki erleben.

Credits University of Iceland
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9 Kommentare zu Größte Eruption seit Laki

  1. Anonymous sagt:

    Im Moment (19. Oktober, 19.30 Uhr MESZ) liefern die beiden Webcams prima Bilder!

  2. Anonymous sagt:

    Ja, gerade aktuell ist es ein bisschen feurig.

    • Anonymous sagt:

      Der Bardarbunga zeigt sich glaube ich noch von seiner „schönen“ Seite. Obwohl ich Frage euch viel viel Tonnen an Schwefel spukt der Holuhraun derzeit aus ? Wenn dieser Vulkan ausbricht, dann wird es so wie Laki.

    • RobFour1 sagt:

      Die neuesten Messungen waren ca. 60.000 Tonnen/Tag. Alles in einem nicht kritischem Bereich.
      Wenn der Bardarbunga selbst ausbricht, wird das Gas keine Rolle mehr spielen. Laki kann nur erreicht werden, wenn die aktuelle Spalte über Jahre hin aktiv ist und/oder sich vergrößert.

  3. Anonymous sagt:

    Förderte die Surtsey-Eruption 1963-67 nicht mehr Material zu Tage als die aktuelle?

    • RobFour1 sagt:

      Die Frage ist sehr gut. Surtsey waren 1,1 km³, jedoch 70% davon Tephra. Ich habe die Frage mal an die University of Iceland weitergeleitet und melde mich, sobald ich eine Antwort habe.

  4. Anonymous sagt:

    In Bezug auf den SO2-Ausstoss bekam ich heute vom Institut für Erdwissenschaften in Reykjavik folgende Auskunft: „The estimates range from 20 to 100 thousand tons per day. The greatest output was registred in the begining (60 to 100 thousand tons per day). It has been in the range of 20 to 60 thousand tons per day in September and well into October.“

  5. Anonymous sagt:

    Hallo RobFour1, woher hast du die Zahl für das Volumen des Lavafeldes?
    Ich kann bei IMO dazu keine Angabe finden.
    Das letzte Update zum Volumen von IMO, das ich finden konnte: 22.09.2014 : „According to new measurements the total volume of the lava is 0,4 – 0,6 cubic kilometres and the magma flow 250 – 350 cubic meters pr. second. „
    Wenn man nach der Aussage der IMO geht und die Förderrate sich seitdem nicht geändert hat, dann ergibt das bis heute gerechnet ein Volumen von 1,0 km³ – 1,5 km³.

    Eine sehr interessante Theorie zu den Mechanismen im Bardarbunga-System gibts hier auf englisch(mit spannenden Diskussionen): http://volcanocafe.wordpress.com/2014/10/07/bardarbunga-the-elevator-to-hell/

    • RobFour1 sagt:

      Hallo,
      die aktuellsten Angaben kommen immer auf Twitter von der University of Iceland – https://twitter.com/uni_iceland
      Ich denke mal das sich die Förderrate ein wenig verringert hat.
      Ansonsten die Formel für das Volumen ist ganz simple:
      Größe des Lavafeldes x durchschnittliche Höhe.
      Sehe gerade, dass das Institute of Earth Sciences das Lavafeld neu vermessen mit 60,7 km². Somit 60,7 km² x 14 m durchmesser = 0,85 km³

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