Keine Entspannung am Bardarbunga

Update 04.11.2014 14:30 Uhr:

Mittlerweile wurde die Magnitude sowie das Epizentrum des M5 Erdbebens korrigiert. Das Beben wurde auf M5.4 heraufgestuft und ereignete sich am Nordostrand der Caldera. Anbei noch die aktualisierte Erdbebenkarte für den 02.11.2014.

bbbeginman24h-20141102

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

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Das Wochenende verlief alles andere als ruhig. Insgesamt wurden in den letzten 48 Stunden 140 Erdbeben aufgezeichnet. Eine etwas geringere Gesamtzahl, die aber auf stürmisches Wetter zurückzuführen ist.
24 Erdbeben hatten eine Magnitude >3 oder besser gesagt, 21 hatten eine Magnitude >4.

Das stärkste Erdbeben des Wochenendes war ein M5.3 heute (02.11.2014) um 16:05 Uhr in einer Tiefe von 4 km an einer sehr ungewöhnlichen Stelle. Laut den aktuellen Daten lag das Epizentrum des Erdbeben 9 km südwestlich des Vulkans Kistufell und würde somit auf halber Strecke zwischen dem Nordostrand der Bardarbunga Caldera und dem Kistufell liegen.
Da leider Wochenende ist, wurde das Erdbeben noch nicht vollständig von IMO geprüft.
Infolge des Bebens wurde ca. 2 Stunden lang ein harmonischer Tremor registriert und eine kurze, subglaziale Eruption ist derzeit nicht auszuschließen.
Sobald es morgen hierzu (hoffentlich) neue Informationen gibt, werde ich ein Update verfassen.

Die stärksten Erdbeben am 01.11.2014:

M4.0 um 01:36 Uhr
M4.1 um 03:18 Uhr
M4.1 um 04:01 Uhr
M4.2 um 05:03 Uhr
M4.5 um 05:59 Uhr
M4.3 um 09:00 Uhr
M4.1 um 10:28 Uhr
M4.0 um 12:23 Uhr
M4.0 um 13:51 Uhr
M4.5 um 14:01 Uhr
M4.4 um 15:42 Uhr
M4.3 um 16:05 Uhr
M4.3 um 18:46 Uhr
M3.9 um 21:27 Uhr
M4.1 um 21:38 Uhr

bbbeginman24h-20141101

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Die stärksten Erdbeben am 02.11.2014:

M4.5 um 00:27 Uhr
M4.6 um 04:30 Uhr
M4.0 um 06:53 Uhr
M3.9 um 06:55 Uhr
M4.1 um 08:12 Uhr
M4.5 um 11:12 Uhr
M4.1 um 11:20 Uhr
M5.3 um 16:05 Uhr
M3.6 um 20:27 Uhr

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9
Die Klassifizierung (Stärke) der Erdbeben am Bardarbunga, aufgeteilt in Farben, von „Gelb“ (Moderates Erdbeben) bis hin zu „Lila“ (Extremes Erdbeben)
Leider wurde diese Grafik seit Mittags nicht mehr aktualisiert. Falls dies noch geschieht, werde ich diese ersetzen.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Leider wurde diese Grafik seit Mittags nicht mehr aktualisiert. Falls das noch geschehen sollte, werde ich diese aktualisieren.

Eine bisher noch nie dagewesene Situation am Bardarbunga

Das Icelandic Met Office hat eine neue Erdbebentabelle veröffentlicht. Zeitraum 16.08.2014 – 31.10.2014.

erdbebenübersicht01,11

Credits Icelandic Met Office

Vergleichszahlen:
16.08. – 15.09. =  252 Erdbeben >M3
16.08. – 01.10. = 382 Erdbeben >M3
16.08. – 31.10. = 723 Erdbeben >M3

Innerhalb des Monats Oktober hat sich die Zahl der moderaten Erdbeben am Bardarbunga fast verdoppelt.

Entwicklung der >M3 Erdbeben

Entwicklung der >M3 Erdbeben

Laut einem Interview mit Ármann Höskuldsson (Geologe an der University of Iceland) gibt es bisher keine jemals vergleichbare Situation am Bardarbunga. Isländische Geologen haben bereits alles Texte und historische Aufzeichnungen auf der Suche nach etwas Vergleichbarem durchgeschaut, jedoch ohne Erfolg.

„Das macht es viel schwerer, die ganze Situation zu verstehen.“

Die aktuell bereits gesammelten Daten werden Jahre brauchen, um ausgewertet zu werden und es werden noch viele Daten dazukommen.

„Das ist sicher nur der Anfang einer weitaus längeren Reihe von Aktivitäten in und um den Gletscher Vatnajökull.“

Somit bereitet der Bardarbunga den Wissenschaftlern weiterhin Grund zur Sorge.

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8 Kommentare zu Keine Entspannung am Bardarbunga

  1. Udo Keuter sagt:

    Hallo,
    ich habe eine Frage ueber den Bardarbunga.Was wuerde passieren wenn die Caldera ausbricht fuer die noerdliche Erdhalbkugel ? Immerhin ist die Caldera ca.10 Km im Durchmesser gross. Gut das die Caldera nicht so gross ist wie Yellowstone.
    Mit freundlichen Gruessen
    Udo Keuter

    • Die Frage ist, wie groß der Ausbruch werden würde. Der größte Ausbruch am Bardarbunga war bisher ein VEI 6.
      Falls sich ein Ausbruch dieser Größenordnung wiederholen sollte, käme es noch auf die Windrichtung an, in die die Asche getragen wird. Somit lässt sich dazu nichts genaues sagen.
      Island hingegen hätte auf jeden fall mit einer Menge Tephra und Asche zu kämpfen.

      Liebe Grüße

  2. Rüdiger Lehmann sagt:

    Erst Mal Gratulation zu der gut gemachten Seite, die ich fast täglich besuche.

    Ich habe aber eine kleine Anmerkung zum Graph „Erdbebenentwicklung“. Hier werden äquidistante Messpunkte verwendet, was aber den Graph verzerrt. Korrigiert man dies und legt eine Ausgleichsgerade hindurch, dann sieht es weit weniger dramatisch aus, da wir dann für die 3 Messpunkte eine Abweichung von +/- 35 Ereignissen haben.

    • Hallo, vielen Dank für den Hinweis und die netten Worte.

      In der Tat ist mir beim genaueren Betrachten ein „Fehler“ unterlaufen. Aufgrund der Zeitabstände wirkt der Graph sehr verzerrt.
      Ich werde schauen ob ich das beheben kann.

      Liebe Grüße

  3. André Baumann sagt:

    Gratulation zur neuen Seite 🙂

    bin gespannt welche Vulkane und Ereignisse wir noch die nächsten Jahre hier bestaunen dürfen.

    Eine kleine Frage hätte ich aber noch, wäre es möglich wieder die Links für die Webcams, Tremor und so wieder mit einzufügen? Vielleicht wenn man in der oberen Navi-Zeile auf Bardarbunga klickt und die dann mit angezeigt bekommt oder so? Hab immer gern geschaut was sich seit deinem letzten Post so getan hat.

    Liebe Grüße André

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