Bardarbunga Update 07.11.2014 – Verwirrung pur

Jeden Montag, Mittwoch und Freitag halten Wissenschaftler des Icelandic Met Office, des Institute of Earth Sciences und der University of Iceland zusammen mit anderen Funktionären, ein Meeting über die aktuelle Lage am Bardarbunga. Die Ergebnisse werden auf der Homepage von IMO veröffentlicht.

Heute sorgte dieser Absatz für Aufsehen:

The GPS station in the centre of Bardarbunga show that the subsidence of the caldera has decreased.
Other measurements do though show that the volume of the subsidence increases with the same rate as it has done since these measurements started in September. This indicates that the flow of magma from Bardarbunga is not decreasing.

Die GPS Station in der Mitte der Bardarbunga Caldera zeigt, dass sich die Absenkung der Caldera verringert hat.
Andere Messungen hingegen zeigen, dass sich das Volumen der Absenkung weiterhin mit der selben Rate erhöht, wie zu Beginn der Messungen im September.
Daraus schließt man, dass sich der Magmafluss des Bardarbunga nicht verringert.

Was bedeuten diese Aussagen?

Zu aller erst wird darauf eingegangen, was bereits gestern aufgefallen ist. Die Absenkungsrate der Caldera scheint sich in den letzten Tagen verringert zu haben.
Hingegen der zweite Satz sagt, dass sich das Volumen der Absenkung weiterhin mit der selben Rate erhöht. Das ist ein Widerspruch in sich.

Daraus schließe ich, dass die GPS Station derzeit nicht mehr ausreicht, um genaue Angaben über die Absenkung zu machen. Eine GPS Station auf einer so großen Caldera direkt in der Mitte könnte zu wenig sein und nicht alles erfassen.
Somit sind andere Messungen nötig, die zeigen, dass sich weiterhin das Volumen der Absenkung erhöht auch wenn das GPS einen fast Stillstand anzeigt.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Caldera entweder im Norden, dort wo 90% aller Erdbeben stattfinden, schneller absinkt, oder auch an der Westflanke, wo die Geothermalen Aktivitäten registriert werden.
Fakt ist, dass ein GPS Gerät für eine Caldera dieser Ausmaße definitiv zu wenig ist.

Anzeichen, dass der ganze Vulkan absinkt, gibt es nicht. Zwei GPS Stationen in der Nähe (Dyngjuhals und Vonarskard) zeigen einen geringen Trend, der jedoch momentan noch mit normalen Schwankungen zu erklären ist.

Alles in Allem bleibt die Situation weiterhin spannend, auch wenn derzeit die Erdbebenaktivität eine ruhigere Phase durchlebt.

 

Update 07.11.2014:

Heute Morgen war es nach 111 Stunden ohne ein M5+ wieder soweit. Ein Erdbeben der Stärke M5.4 um 07:11 Uhr in einer Tiefe von 5,6 km am Nordwestrand der Bardarbunga Caldera.
Der restliche Tag verlief dafür sehr ruhig. Nur zwei weitere Erdbeben >Magnitude 4 wurden registriert. Insgesamt wurden 70 Beben aufgezeichnet. Eine geringere Zahl, die sich jedoch erneut durch einem starkem Sturm derzeit auf Island erklären lässt.

Die stärksten Erdbeben des Tages: (Zeitangaben in isländischer Zeit/GMT)

M3.9 um 02:38 Uhr
M5.4 um 07:11 Uhr
M4.2 um 14:21 Uhr
M4.4 um 14:40 Uhr

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9
bbbeginman24h-20141107

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office


Spalteneruption

Aufgrund des schlechten Wetters ist die Sicht über die Webcams derzeit gleich null. Laut IMO hält die Spalteneruption aber weiterhin an.

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