Bilder und Videos vom Gletscherlauf

Hier die ersten Bilder und Videos des Gletscherlaufs:

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Video 1-3
Video 4

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Einer der größten Gletscherläufe seit Aufzeichnungsbeginn im Hochtemperaturgebiet Skaftárkatlar

Update 19:30 Uhr:

Soeben ist die Durchflussmarke von 1500m³/sec erreicht worden.
Der Wasserstand ist von 2,14m (Stand 30.09. 18 Uhr ) auf Stand jetzt 6,57m angestiegen.
Das Icelandic Met Office warnt mittlerweile auch vor vulkanischen Gasen wie z.b. Schwefeldioxid, die durch den Gletscherlauf freigesetzt werden und in östliche Richtung ziehen.

pegel

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Laut dem Icelandic Met Office ist der aktuelle Gletscherlauf vom Gletscher Vatnajökull einer der größten seit Aufzeichnungsbeginn auf Island.

Die Anstiegsrate vom Durchfluss an der Messstation unweit des Gletschers wurde in der aktuellen Form so noch nie beobachtet. Die Station besteht seit 1971.

© Veðurstofa Íslands

© Veðurstofa Íslands

Aktuell liegt die Durchflussrate bei ca. 1380m³/sec. Normal wären 100-200m³.

pegelstand
Das Absinken der Depression hat sich in den letzten Stunden verlangsamt. Mittlerweile sind wir bei 67m angekommen. GPS-Station
Ich nehme an, dass der maximale Ausfluss unter dem Gletscher erreicht ist und jetzt keine größere Absenkung mehr erfolgt.

In den Tagen zuvor wurde der Süden Islands bereits von heftigen Regenfällen heimgesucht. In Folge dessen führen die Flüsse bereits mehr Wasser als üblich. Auch in den nächsten Tagen wird vor weiteren hohen Regensummen gewarnt.
Somit besteht von Seiten des Icelandic Met Office gewisse Unsicherheiten bezüglich des genauen Ablaufs des Gletscherlaufes.Das bewohnte Gebiete und Menschen zu Schaden kommen ist aber ausgeschlossen, außer Sie halten sich in Flussnähe auf, was natürlich bei der momentanen Lage gemieden werden sollte.

20150930_skafta_flodleidirSobald die ersten Bilder auftauchen, werde ich diese hier verlinken.

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Gletscherlauf vom Hochtemperaturgebiet Skaftárkatlar

Update 01.10.2015 12 Uhr:

Mittlerweile hat der Gletscherlauf den ersten Messpunkt außerhalb des Gletschers erreicht. Es wird erwartet, dass der Durchfluss noch steigt und bewohnte Gebiete ab den Mittagsstunden erreicht werden.

gletscherlaufAktuell vertieft sich Depression weiterhin. Waren es gestern Abend noch 12m, so sind es mittlerweile 55m. Leider habe ich vom letzten Gletscherlauf aus dem Jahr 2010 keine Vergleichswerte, da es damals dort noch keine installierte GPS Station gab.
Somit lässt sich nicht sagen, ob 55m Absenkung und mehr ungewöhnlich für ein solches Szenario ist.
GPS Skaftárkatlar

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Nachdem der Erdbebenschwarm am Tungnafellsjökull vorerst abgeklungen ist, wird es auf Island aber nicht langweilig.
Derzeit findet ein Gletscherlauf vom Hochtemperaturgebiet Skaftárkatlar statt. Dieses liegt zwischen den Vulkanen Grimsvötn und Hamarinn unter dem Gletscher Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands, der u.a. auch den uns gut bekannten Vulkan Bardarbunga beherbergt.

sk-katlar-kortIn der Regel kommt es alle drei Jahre in dieser Region zu einem Gletscherlauf. Der letzte ist mittlerweile aber schon 5 Jahre her und wird dementsprechend stärker als sonst erwartet, da sich in der Zwischenzeit mehr Wasser angesammelt haben könnte.

Doch wie kommt es überhaupt zu einem Gletscherlauf in diesem Gebiet?

Durch Magma im Untergrund wird der Boden unter dem Gletscher erwärmt und bringt somit das darüber gelegene Eis zum schmelzen. Das Wasser sammelt sich in einer Blase unter dem Gletscher. Sobald das Volumen zu groß wird, bahnt sich die Wasserblase einen Weg unter den Gletscher und verursacht dann einen Gletscherlauf.

sk-katlar-skyrmyndDurch die Eisschmelze entsteht an der Oberfläche des Gletschers ein Kessel, welcher sich bei einem Gletscherlauf schnell vertieft.
Im aktuellem Fall begann die rasche Absenkung des Kessels am 29.09.15 gegen Mitternacht und beträgt rund 40 Stunden später ca. 12m.

Hier der Link zum GPS: GPS Skaftárkatlar

Mithilfe der GPS Überwachung durch das Icelandic Met Office ist dieser Gletscherlauf der erste, der bereits in dieser frühen Phase, wenn das Wasser sich noch einen Weg unter dem Gletscher hindurch bahnt, erkannt wurde.
Somit war es möglich rechtzeitige Warnungen herauszugeben und in betroffenen Regionen Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten.

Das Wasser muss eine Strecke von ca. 40km unter dem Gletscher zurücklegen, bevor es den Gletscherfluss Skaftá erreicht.
Bewohnte Gebiete sollen am Donnerstag erreicht werden, dort aber keine Schäden anrichten.

Sobald es die ersten Fotos des Gletscherlaufs gibt, werde ich diese hier verlinken.

 

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Erdbebenschwärme am Tungnafellsjökull und Katla

Die Erdbebenschwärme am Vulkan Katla und am Tungnafellsjökull haben sich in den letzten beiden Tagen intensiviert.

Tungnafellsjökull

Am Tungnafellsjökull traten gestern 17 Erdbeben bis zu einer Stärke von M2.9 auf.
Da der Vulkan seit der Besiedlung Islands nicht ausgebrochen ist, weiß man relativ wenig über das Ausbruchverhalten des Tungnafellsjökull. Der Vulkan besitzt jedoch zwei Calderen, wovon eine vom Gletscher selbst bedeckt ist und wird daher als aktiv eingestuft, da er in den letzten 10.000 Jahren ausgebrochen ist wie man anhand von Ascheablagerungen herausgefunden hat.

Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen die Erdbebenaktivität anhalten wird. Ob und wann es zu einer Eruption kommen wird, lässt sich nicht sagen.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Erwähnenswert ist noch der grüne Stern auf dem Bild. Ein Erdbeben der Stärke M3.2 am Nordrand der Bardarbunga Caldera, wo vor ein paar Monaten noch tägliche M5 Erdbeben registriert worden sind.
Es hat den Anschein, dass das Vulkansystem des Bardarbunga so langsam wieder aktiver wird.

Katla

An der Katla kam es gestern zu einem Schwarm mit 13 Erdbeben. Das stärkste Erdbeben wird mit M3.3 in einer Tiefe von 0,1km vom Icelandic Met Office angegeben.
Es kann gut sein, dass Magma im Untergrund Druck ausübt und das darüber liegende Gestein Spannungsbeben erzeugt.
Wer mehr über die Katla erfahren möchte, hier ein kleiner Steckbrief:
Katla

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

 

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Was gibt es neues auf Island?

Über ein halbes Jahr ist es mittlerweile her, dass sich die Bardarbunga (vorerst) beruhigt hat und die Eruption abgeklungen ist.

Hier ein kleiner Überblick zur aktuellen Lage auf Island.

Bardarbunga

Kürzlich wurde in einem Interview mit einem Professor vom Icelandic Met Office bekannt, dass es Anzeichen gibt, das sich Magma wieder unter dem Bardarbunga System sammelt.
Es wäre durchaus möglich, dass die nächste Eruption auf Island wieder am Bardarbunga stattfinden würde.

Bisher sind das jedoch nur Vermutungen und es braucht mehr Untersuchungen und Auswertungen von Daten um eine verlässliche Aussage zu tätigen.

Auffallend ist aber, dass die Erdbebenaktivität immer noch über dem Durchschnitt liegt. Erdbeben bis ~M1.5 sind an der Tagesordnung. Auch unter dem Dyke treten noch vereinzelte Erdbeben auf.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Askja

Die Askja, gerade einmal 20km nördlich des Holuhraun Lavafelds liegend, zeigt gelegentliche Aktivität in Form kleiner Schwarmbeben. Alles aber im Rahmen normaler Aktivität.

Katla

Unter der Katla treten in den letzten Tagen vermehrt schwache Erdbeben auf, so dass man von einem kleinem Schwarm sprechen kann. Aber auch hier ist noch alles im Rahmen normaler Aktivität und kein Grund zur Beunruhigung.

Torfajökull

Ein eher unbekannter Vulkan Islands, rund 30km nördlich der Katla gelegen, machte ebenfalls mit einem kleinem Erdbebenschwarm auf sich aufmerksam.
Der letzte Ausbruch dieses Vulkans wird auf 1477 datiert und eine gewisse Abhängigkeit zum Bardarbunga System wird ihm nachgesagt.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Hamarinn und Tungnafellsjökull

Letzte Woche hatten die Vulkane Hamarinn und Tungnafellsjökull, welche beide im Bardarbunga System liegen, jeweils einen Erdbebenschwarm zu verzeichnen.
Zur Zeiten der Bardarbunga Eruption nahm man schon an, dass sich ein weiterer Dyke in Richtung Tungnafellsjökull gebildet hat und eine Eruption dort in naher Zukunft möglich wäre.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

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