Erdbebenschwärme am Tungnafellsjökull und Katla

Die Erdbebenschwärme an der Katla und am Tungnafellsjökull haben sich in den letzten beiden Tagen intensiviert.

Tungnafellsjökull

Am Tungnafellsjökull traten gestern 17 Erdbeben bis zu einer Stärke von M2.9 auf.
Da der Vulkan seit der Besiedlung Islands nicht ausgebrochen ist, weiß man relativ wenig über das Ausbruchverhalten des Tungnafellsjökull. Der Vulkan besitzt jedoch zwei Calderen, wovon eine vom Gletscher selbst bedeckt ist und wird daher als aktiv eingestuft, da er in den letzten 10.000 Jahren ausgebrochen ist wie man anhand von Ascheablagerungen herausgefunden hat.

Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen die Erdbebenaktivität anhalten wird. Ob und wann es zu einer Eruption kommen wird, lässt sich nicht sagen.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Erwähnenswert ist noch der grüne Stern auf dem Bild. Ein Erdbeben der Stärke M3.2 am Nordrand der Bardarbunga Caldera, wo vor ein paar Monaten noch tägliche M5 Erdbeben registriert worden sind.
Es hat den Anschein, dass das Vulkansystem des Bardarbunga so langsam wieder aktiver wird.

Katla

An der Katla kam es gestern zu einem Schwarm mit 13 Erdbeben. Das stärkste Erdbeben wird mit M3.3 in einer Tiefe von 0,1km vom Icelandic Met Office angegeben.
Es kann gut sein, dass Magma im Untergrund Druck ausübt und das darüber liegende Gestein Spannungsbeben erzeugt.
Wer mehr über die Katla erfahren möchte, hier ein kleiner Steckbrief:
Katla

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

 

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Was gibt es neues auf Island?

Über ein halbes Jahr ist es mittlerweile her, dass sich die Bardarbunga (vorerst) beruhigt hat und die Eruption abgeklungen ist.

Hier ein kleiner Überblick zur aktuellen Lage auf Island.

Bardarbunga

Kürzlich wurde in einem Interview mit einem Professor vom Icelandic Met Office bekannt, dass es Anzeichen gibt, das sich Magma wieder unter dem Bardarbunga System sammelt.
Es wäre durchaus möglich, dass die nächste Eruption auf Island wieder am Bardarbunga stattfinden würde.

Bisher sind das jedoch nur Vermutungen und es braucht mehr Untersuchungen und Auswertungen von Daten um eine verlässliche Aussage zu tätigen.

Auffallend ist aber, dass die Erdbebenaktivität immer noch über dem Durchschnitt liegt. Erdbeben bis ~M1.5 sind an der Tagesordnung. Auch unter dem Dyke treten noch vereinzelte Erdbeben auf.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Askja

Die Askja, gerade einmal 20km nördlich des Holuhraun Lavafelds liegend, zeigt gelegentliche Aktivität in Form kleiner Schwarmbeben. Alles aber im Rahmen normaler Aktivität.

Katla

Unter der Katla treten in den letzten Tagen vermehrt schwache Erdbeben auf, so dass man von einem kleinem Schwarm sprechen kann. Aber auch hier ist noch alles im Rahmen normaler Aktivität und kein Grund zur Beunruhigung.

Torfajökull

Ein eher unbekannter Vulkan Islands, rund 30km nördlich der Katla gelegen, machte ebenfalls mit einem kleinem Erdbebenschwarm auf sich aufmerksam.
Der letzte Ausbruch dieses Vulkans wird auf 1477 datiert und eine gewisse Abhängigkeit zum Bardarbunga System wird ihm nachgesagt.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Hamarinn und Tungnafellsjökull

Letzte Woche hatten die Vulkane Hamarinn und Tungnafellsjökull, welche beide im Bardarbunga System liegen, jeweils einen Erdbebenschwarm zu verzeichnen.
Zur Zeiten der Bardarbunga Eruption nahm man schon an, dass sich ein weiterer Dyke in Richtung Tungnafellsjökull gebildet hat und eine Eruption dort in naher Zukunft möglich wäre.

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

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Kurzes Update Bardarbunga 15.11.2014

Hier ein kurzes Update über die aktuelle Situation am Bardarbunga Vulkan.

Das stärkste Erdbeben am heutigen Tag 15.11.2014 ereignete sich um 10:09 Uhr isländischer Zeit.
Das Erdbeben hatte eine Stärke von Magnitude 4,5 in einer Tiefe von 7,9 km am Nordrand der Caldera.
 
Die stärksten Erdbeben am 15.11.2014: (Zeitangaben in isländischer Zeit/GMT)

– M4.2 um 01:04 Uhr

– M3.2 um 06:32 Uhr

– M3.4 um 07:34 Uhr

– M3.3 um 08:11 Uhr

– M4.5 um 10:09 Uhr

– M4.0 um 13:26 Uhr

– M4.2 um 16:22 Uhr

– M3.9 um 18:21 Uhr

– M3.1 um 19:31 Uhr

 

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9
bardarbunga
Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

 

Calderaabsenkung

Heute senkte sich die Caldera bis jetzt um bis zu 50 cm. Derzeit zeigt die Caldera wieder einen starken an und Abstieg. Möglich dass das GPS Gerät neu positioniert wird. Caldera GPS
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 Quelle: vedur

 

Spalteneruption

Die Spalteneruption hält weiterhin an.
 

Gasemissionen

Die Spalteneruption stößt weiterhin täglich zwischen 40.000 – 60.000 Tonnen an Schwefeldioxid aus.
Das Schwefeldioxid kann zu Reizungen von Augen, Nase und Rachen mit Tränen der Augen, Husten und asthmatischen Beschwerden bis hin zu schweren Atembeschwerden führen. Hier die aktuellen Schwefeldioxid Ausstöße von Samstag 15.11.2014 und für Sonntag 16.11.2014.
eldgos_mengun_dagur1
  Schwefeldioxid Ausstoß und Zugrichtung am 15.11.2014 by Icelandic Met Office

eldgos_mengun_dagur2

 Schwefeldioxid Ausstoß und Zugrichtung am 16.11.2014 by Icelandic Met Office
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Bardarbunga Update 11.11.2014

Die Zahl der Erdbeben ist in den letzten 48 Stunden ein wenig rückläufig. Waren es im letzten Update noch 181 gewesen, sind es jetzt 143 registrierte Erdbeben. Jedoch hat sich die Anzahl der Erdbeben > Magnitude 3 von 18 auf aktuell 23 erhöht.
Das stärkste Beben der letzten beiden Tage hatte eine Stärke von M5.1 am 10.11.2014 um 22:39 Uhr in einer Tiefe von 4,1 km.

141111_2330

Credits Icelandic Met Office

Die stärksten Erdbeben am 10.11.2014: (Zeitangaben in isländischer Zeit/GMT)

M4.4 um 06:21 Uhr
M3.7 um 06:28 Uhr
M4.1 um 09:16 Uhr
M4.0 um 11:36 Uhr
M3.8 um 13:33 Uhr
M3.8 um 15:30 Uhr
M4.7 um 16:36 Uhr
M3.9 um 20:20 Uhr
M3.8 um 20:50 Uhr
M5.1 um 22:39 Uhr in einer Tiefe von 4,1 km am Nordostrand der Caldera

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9
bbbeginman24h-20141110

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

 

Die stärksten Erdbeben am 11.11.2014: (Zeitangaben in isländischer Zeit/GMT)

M3.0 um 00:39 Uhr
M4.4 um 01:49 Uhr
M4.9 um 03:39 Uhr
M3.7 um 03:47 Uhr
M4.0 um 05:11 Uhr
M3.9 um 08:39 Uhr
M3.9 um 10:07 Uhr
M3.7 um 10:28 Uhr
M4.0 um 11:52 Uhr
M4.6 um 11:53 Uhr
M4.2 um 12:25 Uhr
M4.4 um 19:39 Uhr
M3.7 um 19:54 Uhr

bbbeginman24h-20141111

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

 

Calderaabsenkung

Viele werden sich heute beim Anblick des Graphen der GPS Station gewundert haben. Ein Anstieg von 1,5 Metern, der nicht nach einem Fehler aussah und nicht innerhalb der nächsten Minuten wieder „gerade gebügelt“ wurde. Aber keine Panik, denn die GPS Station wurde von Wissenschaftlern neu positioniert und angehoben, da Sie aufgrund des Schnees einzuschneien drohte. Jetzt steht sie anderthalb Meter höher als zuvor. Caldera GPS

Spalteneruption

Die Spalteneruption hält weiterhin an. Leider wurde die Cam 1 noch nicht vom Schnee befreit. Jedoch würde man aufgrund von Nebel und tiefhängenden Wolken sowieso nicht sehr viel sehen.
Ein kleiner, stimmungsvoller Lichtblick heute auf der anderen Cam:

m141111142039459

 

Gasemissionen

Die Spalteneruption stößt weiterhin täglich zwischen 40.000 – 60.000 Tonnen an Schwefeldioxid aus (zum Vergleich: die komplette EU emittiert täglich 35.000 Tonnen).
Gerade das Winterwetter könnte zum Problem werden, da durch Inversionswetterlagen sich große Gaswolken ansammeln können. Bei aufkommendem Wind könnten dann schnell besiedelte Gebiete erreicht und mit neuen Rekord- sowie gesundheitsschädlichen Werten getroffen werden.
Desweiteren haben pH Messungen des Schnees um die Eruptionsstelle herum ergeben, dass dieser 100-fach saurer als normaler Schnee ist. Sobald der Schnee nächstes Frühjahr schmilzt, wird das Schmelzwasser kontaminiert sein. Die genauen Auswirkungen sind noch unklar.

Bereits Ende Oktober wurden die bisherigen Rekordwerte für besiedeltes Gebiet von Schwefeldioxids (21.000 mµ/m) in Südisland gemessen. Dort wurde jetzt eine große Anzahl toter Mäuse gefunden. Die Mäuse sollen sehr plötzlich gestorben sein und man nimmt an, dass Ihr Tod in Verbindung mit den hohen Werten des Schwefeldioxids steht.

Um den Wert 21.000 mµ/m in Relation zu stellen: Schon ab einem Wert von 2000 mµ/m rät die Gesundheitsbehörde den Einwohnern, dass Haus nicht mehr zu verlassen und keine Fenster zu öffnen.

Das Schwefeldioxid kann zu Reizungen von Augen, Nase und Rachen mit Tränen der Augen, Husten und asthmatischen Beschwerden bis hin zu schweren Atembeschwerden führen.

 

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Bardarbunga Update 09.11.2014

In den letzten 48 Stunden wurden 181 Erdbeben am Bardarbunga registriert. 18 davon erreichten eine Magnitude >3.
Das stärkste Erdbeben am Wochenende erreichte eine Stärke von M5.2 in einer Tiefe von 7,6 km am Südöstlichem Rand der Caldera.

141109_2335

Credits Icelandic Met Office

Die stärksten Erdbeben am Samstag, dem 08.11.2014: (Zeitangaben in isländischer Zeit/GMT)

M4.5 um 00:56 Uhr
M3.0 um 04:11 Uhr
M3.0 um 06:50 Uhr
M4.4 um 08:30 Uhr
M4.1 um 13:01 Uhr
M4.0 um 13:14 Uhr
M4.0 um 15:03 Uhr
M4.4 um 18:58 Uhr
M4.5 um 21:14 Uhr

Farbskala:
M 3,0 – 3,9 M 4,0 – 4,9 M 5,0 – 5,9 M 6,0 – 6,9
bbbeginman24h-20141108

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

 

Die stärksten Erdbeben am Sonntag, dem 09.11.2014: (Zeitangaben in isländischer Zeit/GMT)

M3.4 um 00:02 Uhr
M4.6 um 04:22 Uhr
M4.2 um 06:27 Uhr
M4.4 um 08:56 Uhr
M4.0 um 09:06 Uhr
M4.5 um 17:09 Uhr
M3.5 um 20:05 Uhr
M3.7 um 20:50 Uhr
M5.2 um 21:19 Uhr

bbbeginman24h-20141109

Preliminary analysed data by the SIL seismic monitoring group of the Icelandic Meteorological Office

 

Spalteneruption + Lavafeld

Die Spalteneruption hält weiterhin an. Eine Beobachtung über die Webcams ist am Wochenende nicht möglich gewesen, da u.a. eine der Cams vom Schnee bedeckt ist. Jedoch gibt es noch eine andere Webcam, die über ein Bildarchiv verfügt, welches alles 10 Minuten ein Bild abspeichert. Zu finden hier: http://mynd1.mogt.is/mobile1/images/right/
Ein Bild vom 09.11.2014 um 09:00 Uhr:

m141109090030744
Das Lavafeld ist inzwischen auf 70 km² angewachsen und der Name „Nornahraun“ wird immer wahrscheinlicher, da er von der University of Iceland mittlerweile schon genutzt wird.

lavafeld09,11

Credits University of Iceland

Calderaabsenkung

Am Samstag, dem 08.11.2014 lieferte die GPS-Station aufgrund technischer Probleme (Konnektivitätsprobleme) lange Zeit keine Daten. Am Abend wurden diese jedoch behoben und es ist eine Absenkung von 50 cm in den letzten 48 Stunden zu sehen.
Die Gesamtabsenkung liegt bei mittlerweile ca. 45 Meter. Caldera GPS

 

 

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